Nikosia (dpa) - Einen Tag nach dem Antrag Zyperns auf Hilfe vom Rettungsschirm wird über die Höhe der benötigten Gelder spekuliert. Regierungssprecher Stefanos Stefanou erklärte im zyprischen Radio: «In den nächsten Tagen werden Experten der EU nach Zypern kommen, um zu sehen, was wir brauchen». Zur Höhe der Hilfe wollte er sich nicht äußern. Zyprische Medien gingen von einem Bedarf zwischen sechs und zehn Milliarden Euro aus. Zypern, die drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum, flüchtet als fünftes Land unter den Euro-Rettungsschirm.

Der Inselstaat hatte am Montagabend seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF oder ESM gebeten. Als Hauptproblem des Inselstaates gilt der eng mit den griechischen Geldhäusern verwobene Bankensektor. Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Zyperns herabgestuft und auf Ramsch-Niveau gesetzt.

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, begrüßte das Hilfegesuch aus Zypern. «Die Eurogruppe wird den Antrag nun rasch untersuchen und Zypern eine formelle Antwort geben», erklärte Luxemburgs Premier am Montagabend. Er erwarte nun, dass die 17 Euro-Länder der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank den Auftrag erteilen, Auflagen für die Hilfen auszuarbeiten. Dabei gehe es vor allem um den Finanzsektor - dieser ist eng mit den Banken des maroden Griechenland verflochten.