Grove (SID) - Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher soll möglichst in den kommenden sechs Wochen eine Entscheidung über seine Zukunft beim Mercedes-Werksteam fällen. Das sagte Teamchef Ross Brawn im Rahmen eines Fan-Forums am Dienstag im englischen Grove. 

"Wir werden im Sommer eine Entscheidung treffen", sagte Brawn: "Wir haben noch nicht genauer über die Situation gesprochen, aber wir wissen, dass es bald passieren muss." Schumachers Vertrag läuft am Saisonende aus, offenbar liegt die Entscheidung über eine Verlängerung beim siebenmaligen Champion. Der 43-Jährige will sich bislang noch nicht zu seinen Zukunftsplänen äußern.

Sky-Experte Marc Surer hat Verständnis für Brawn. "Wenn Michael sich erst Ende des Jahres gegen eine Vertragsverlängerung entscheidet, sind vielleicht keine guten Fahrer mehr frei. Ein Kandidat wäre Lewis Hamilton, der für die kommende Saison noch nicht bei McLaren unterschrieben hat. Wenn so ein Mann auf dem Markt ist, braucht man frühzeitig Planungssicherheit", sagte Surer im exklusiven Interview mit dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD. 

Gründe für das Zögern Schumachers sieht Surer in der unglücklich verlaufenden Saison des 43-jährigen Kerpeners, der fünf von acht Rennen vorzeitig beenden musste. "Er hadert mit seinem Pech. Hinzu kommt, dass sein Teamkollege Rosberg permanent erfolgreicher fährt", meinte Surer: "Auf der anderen Seite ist der Mercedes inzwischen konkurrenzfähig. Ich verstehe, dass er hin- und hergerissen ist."

Rennlegende Jacky Ickx hofft, dass Schumacher auch in der kommenden Saison in der Königsklasse fährt. "Er ist trotz seines Alters mit einer Leidenschaft dabei, als wäre er ein kleiner Junge", sagte Ickx bei der Vorstellung seiner Biografie in Hamburg dem SID, "er brennt, hat Freude am Fahren und wäre in dieser Saison mit ein bisschen mehr Glück auch öfter auf das Podium gefahren." Der 67 Jahre alte Ickx, 1969 und 1979 Vize-Weltmeister, glaubt: "Schumacher kann auch in der nächsten Saison eine gute Rolle spielen."

Schumacher hatte in der laufenden Saison lange Zeit mit einer Pannenserie zu kämpfen und kam in den ersten sieben Rennen lediglich zweimal ins Ziel. Mit Rang drei holte er im achten Saisonlauf beim Großen Preis von Europa in Valencia jedoch den ersten Podestplatz seit seiner Rückkehr in die Formel 1 im Jahr 2010.