Hamburg (dpa) - Die Großaktionäre der kriselnden Baumarktkette Praktiker wollen einem Sanierungskonzept zustimmen. Das kündigte Fondsmanagerin Isabella de Krassny bei der Hauptversammlung in Hamburg an. Zuvor war eine wesentliche ihrer Forderungen erfüllt worden: Zwei Aufsichtsräte treten zurück.

Und für den Vorstand sollen weitere Mitglieder gesucht werden, für die Sparten Einkauf sowie Vertrieb. Infolgedessen scheint das Überleben der Praktiker-Heimwerkermärkte gesichert, eine dringend benötigte Kapitalspritze dürfte nun kommen.

In den Aufsichtsrat sollen zwei Mitglieder einziehen, die die Fondsmanagerin der österreichischen Privatbank Semper Constantia - auch in Vertretung für den Maseltedov-Fonds - vorgeschlagen hatte. Namentlich sind dies Armin Burger vom Aufsichtsrat der Vivatis AG in Linz (Österreich) sowie der Aufsichtsratschef der Privatbank Semper, Erhard Grosnigg. Aus dem Aufsichtsrat scheidet Kay Hafner aus, der zur vorübergehenden Führung an die Praktiker-Spitze delegiert worden war. Auch das Mitglied Pelle Jacobsen geht.

De Krassny hatte zuvor das Sanierungskonzept als inakzeptabel und skandalös bezeichnet und einen Gegenentwurf skizziert. «Ich habe mich zu dem Kompromiss entschlossen, damit der Fortbestand des Unternehmens auf keinen Fall gefährdet ist», sagte de Krassny. Praktiker schrieb 2011 im Konzern rund eine halbe Milliarde Euro Verlust. Der Aktienkurs war am Mittwoch Tagesverlierer im S-Dax.