Frankfurt/Main (dpa) - Mit dem kleinsten Olympia-Team seit 20 Jahren geht der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in diesem Sommer die London-Spiele an.

Nur 389 Athleten sollen beim Ringe-Spektakel in der englischen Hauptstadt (27. 7. - 12.8.) das Ziel erreichen, unter die ersten Fünf der Nationenwertung zu kommen. «Wir fahren voller Optimismus nach London, um im härtesten Wettstreit der Olympia-Geschichte unseren Platz in der Weltspitze zu verteidigen», erklärte DOSB-Präsident Thomas Bach bei der letzten Nominierungsrunde in Frankfurt.

Vor allem das schwache Abschneiden der Mannschaftssportarten in den verschiedenen Olympia-Qualifikationen sorgt für die niedrige Teilnehmerzahl. Von den zwölf Teams in den sechs großen Mannschaftssportarten haben sich nur die beiden Hockey-Teams und die Volleyball-Männer qualifiziert. Vor vier Jahren in Peking waren noch 440 deutsche Athleten am Start und belegten mit insgesamt 41 Medaillen (16 Goldmedaillen, zehn Silber, 15 Bronze) hinter China, den USA, Russland und Großbritannien Platz fünf im Medaillenspiegel.

Überraschend in London dabei ist Hochsprung-Ass Ariane Friedrich. Der DOSB gab dem Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) auf eine Ausnahmeregelung für die Rekordhalterin aus Frankfurt statt. Friedrich hatte bei der EM vergangene Woche in Helsinki wegen eines Magen-Darm-Infektes nicht antreten können und die Norm von 1,95 Metern bisher nicht geschafft. Auch Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo (Saarbrücken), der bei der EM wegen einer Ellbogenverletzung fehlte, darf in London starten.