Berlin (dpa) - Vertrauensleute oder Verbindungsleute - kurz V-Leute - zu führen, gehört zu den klassischen Aufgaben des Geheimdienstes. V-Leute sind aber keine Mitarbeiter des Verfassungsschutzes. Sie sind oft bereits in extremistischen Kreisen oder im kriminellen Milieu verstrickt.

Laut Verfassungsschutz sind sie ein «nachrichtendienstliches Mittel», das planvoll und systematisch zur Gewinnung von Informationen über extremistische Bestrebungen eingesetzt wird.

Ob und welche Vergünstigungen sie für gelieferte Informationen bekommen, wird nur in den seltensten Fällen offengelegt. Auch über die Zahl der für die verschiedenen Behörden tätigen V-Leute gibt es keine Angaben. Die Identität eines V-Mannes ist nur einem kleinen Kreis bekannt. Die Tippgeber gehen das Risiko ein, die «Rache des Milieus» auf sich zu ziehen, falls sie enttarnt werden. Ihre Identität wird darum besonders geschützt.

Oft werden Menschen in einer persönlichen Zwangslage - etwa bei Geldproblemen - oder mit ideologischen Zweifeln angesprochen. Auch mildere Strafen oder die Schonung vor Strafverfolgung sind ein Grund für die Zusammenarbeit mit dem Staat.