Rouen (Frankreich) (SID) - Am Ende waren die Qualen zu groß: Sprinter Marcel Kittel hat auf der 5. Etappe der Tour de France aufgegeben. Der 24-Jährige vom Team Argos-Shimano leidet an einem Magen-Darm-Infekt und hatte sich an den Tagen zuvor nur mit großem Rückstand ins Ziel gequält. 39 km nach dem Start in Rouen stieg der Arnstädter am Donnerstag vom Rad. Kittel hatte große Hoffnungen in die Sprintentscheidungen der ersten Woche gelegt. Nach seinem Aus sind noch 194 Fahrer im Rennen.

"Ich hatte kurz nach dem Start tierische Knieschmerzen, das hängt warhscheinlich mit dem Virus zusammen. Ich habe meinen Körper so verausgabt, dass der Muskel total überbelastet ist. Es war extrem schmerzhaft, es ging einfach nicht mehr", sagte Kittel sichtlich niedergeschlagen: "Meine erste Tour habe ich mir natürlich anders vorgestellt."

Kittel hatte beim Prolog am Samstag in Lüttich mit Platz 25 überzeugt, konnte aber bereits auf der 2. Etappe ins belgische Tournai aufgrund seiner Erkrankung nicht wie erhofft im Massensprint mitmischen. Noch am Mittwoch nach der 4. Etappe hatte sich Kittel jedoch optimistisch gezeigt und sich über "mehr Kraft in den Beinen" gefreut.

Dennoch musste er nach der Vuelta 2011 nun auch seine zweite große Rundfahrt, in die er mit großer Vorfreude gegangen war, frühzeitig beenden. "Für mich wird ein Traum war, ich freue mich tierisch darauf", hatte Kittel dem SID im Vorfeld der Tour gesagt. Noch bei der Teampräsentation in Lüttich war Kittel bestens gelaunt, als er mit einem Fahrrad in Harley-Davidson-Optik auf die Bühne fuhr und sich sofort die Sympathien des Publikums sicherte.

Es war ein Moment, den sich Kittel wohl erträumt hatte, als er 2002 erstmals mit der Frankreich-Rundfahrt in Berührung gekommen war. Mit seinem Vater, früher selbst Radrennfahrer in der DDR, stand Kittel bei der Bergankunft in Les Deux Alpes an der Strecke. "Wir haben dort gecampt, ein bisschen gegrillt. Das Rennen und seine Geschichte haben mich sofort fasziniert", sagte Kittel, der nun auch die Bergpässe der diesjährigen Tour nur als Zuschauer erleben wird.