Frankfurt/Main (dpa) - FIFA-Präsident Sepp Blatter hat sich gegen die zunehmende Kritik deutscher Fußball-Funktionäre gewehrt und zum verbalen Gegenschlag ausgeholt.

In einem Interview mit der Schweizer Boulevardzeitung «SonntagsBlick» deutete Blatter Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 nach Deutschland an. «Gekaufte WM... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv», sagte Blatter. Auf die Nachfrage, ob er vermute, dass die WM gekauft worden sei, antwortete der FIFA-Boss: «Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest.»

Blatter bestätigte zudem, dass Ligapräsident Reinhard Rauball ihn persönlich zum Rücktritt aufgefordert habe. «Rauball hat mich am Freitag angerufen und mir gesagt, ich solle zurücktreten. Ich sagte ihm, das sei nicht so einfach, wie er sich das vorstelle. Schließlich bin ich vom Kongress gewählt», berichtete Blatter.