Köln (SID) - Der siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong hat mit der gewohnten Polemik gegen die Anklage der US-Anti-Doping-Agentur USADA geschossen und sieht sich weiter als Justiz-Opfer. Über seinen bevorzugten Kommunikationskanal Twitter verwies der Texaner auf eine Karikatur, die seinen Fall in die Nähe der Hexenverfolgung im Mittelalter setzt.

Die USADA hatte den Anfang 2011 endgültig zurückgetretenen Armstrong im Juni formal des Dopings angeklagt. Bei einer Verurteilung drohen ihm neben einer lebenslangen Sperre die Aberkennung seiner Titel. Der 40-Jährge hat noch bis Mitte August Zeit, Einspruch gegen die Anklage einzulegen oder Sanktionen der Dopingjäger zu akzeptieren.

Die Entscheidung über die Fortsetzung seines Verfahrens hat Armstrongs langjähriger Ziehvater Johan Bruyneel bereits getroffen. Der ebenfalls angeklagte RadioShack-Teammanager hat kurz vor Fristablauf Einspruch eingelegt und den Fall damit vor ein Schiedsgericht gebracht. Bruyneel hatte dies bis Samstag tun müssen, um einer Strafe der USADA vorerst zu entgehen. Dem 47-jährigen Belgier, der mit Dopingmitteln gehandelt und zum Missbrauch angeraten haben soll, droht eine lebenslange Sperre.

"Herr Bruyneel hat sich entschieden, tätig zu werden, und den Fall vor ein Schiedsgericht gebracht. Dieses kann auch der Öffentlichkeit zugänglich sein", hieß es einem USADA-Statement: "Wie in allen Fällen vor einem Schiedsgericht werden sämtliche Beweise präsentiert und Zeugen in einem Kreuzverhör unter Eid aussagen, bevor ein unabhängiges Gremium den Fall entscheiden wird." Bruyneel, der auf den Besuch der 99. Tour de France verzichtet hatte, hofft, seine Unschuld zu beweisen und belegen zu können, dass "es in diesem Fall niemals so weit hätte kommen dürfen".

Zuletzt hatte die USADA Armstrongs frühere Helfer Michele Ferrari, Luis Garcia del Moral und Jose "Pepe" Marti wegen Manipulationen sowie Handel und Anweisungen zum Gebrauch von Doping lebenslänglich gesperrt und damit auch den Druck auf Bruyneel sowie den US-Amerikaner erhöht.