Köln (SID) - Die frühere Weltranglistenerste Steffi Graf sieht das deutsche Frauen-Tennis auf einem guten Weg. "Nach viel harter Arbeit darf es das deutsche Tennis besonders freuen, dass unsere Damen solch beeindruckende Ergebnisse in Wimbledon geliefert haben. Das lässt auf viele weitere Erfolge hoffen", sagte die 22-malige Grand-Slam-Siegerin im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Insgesamt sei das Frauen-Tennis athletischer geworden. "Viele Spielerinnen haben einen starken, aggressiven Zug in ihrem Spiel, und die Leistungsdichte in den Top 10 ist bemerkenswert", sagte Graf, die früher ihre Gegnerinnen eher mit einem gefühlvollen Rückhand-Slice vor große Probleme gestellt hat.

Ihren Abschied vom Profi-Tennis am 13. August 1999 habe die mittlerweile 43-Jährige nicht bedauert, weil sie sich sehr auf die Zeit danach gefreut habe. "Der Tennissport nimmt einen elf Monate des Jahres völlig ein. Neben der emotionalen und physischen Anstrengung bleibt sehr wenig Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. Ich habe mich am meisten auf mehr Gleichgewicht in meinen Leben gefreut. Heute stehen für mich meine Rolle als Mutter und Ehefrau und die Arbeit für meine Stiftung Children for Tomorrow im Vordergrund", sagte Graf.