Perth (SID) - "Big Maggie" wird im Tennis-Zirkus wohl immer die Größte bleiben: Die Australierin Margaret Smith Court feiert am Montag (16. Juli) ihren 70. Geburtstag. Mit 24 Einzel-Titeln bei Grand-Slam-Turnieren zwischen 1960 und 1973 ist die rüstige Rentnerin die erfolgreichste Spielerin vor Steffi Graf (22). Insgesamt gewann Smith Court bei den vier Major-Turnieren 62 Titel - darunter jeweils 19 im Doppel und Mixed. Wohl ein Rekord für die Ewigkeit.

Billie Jean King (USA) sagte einst über ihre 1,78 Meter große und durchtrainierte Rivalin aus New South Wales, die "The Arm" genannt wurde: "Wenn Margaret am Netz auftauchte, war es, als ob sich ein Gebirge auftürmen würde." Nach ihrem ersten Karriereende 1966 und der Hochzeit mit Barry Court hielt es Smith Court nicht lange als Hausfrau in den heimischen vier Wänden aus. 1970 schaffte die langjährige Nummer eins der Tennis-Welt dann als zweite Spielerin nach der US-Amerikanerin Maureen Connolly (1953) das Kunststück, den Grand Slam zu gewinnen, alle vier Majors in einem Jahr. Steffi Graf war 1988 die dritte und bislang letzte Spielerin, der das gelang.

Die vierfache Mutter Smith Court, die in Australien bereits Ministerin für Öffentlichkeitsarbeit war, ist in ihrer Heimat eine Ikone - und ein Vorbild für viele Nachwuchsspielerinnen. Seit langem schon arbeitet das Hall-of-Fame-Mitglied als Pastorin in einer evangelikalen Kirche in Perth. Allerdings bekam das Denkmal zu Beginn des Jahres empfindliche Risse, als sich Smith Court vor Beginn der Australian Open in Melbourne abwertend über Homosexuelle äußerte und sich gegen die Homo-Ehe aussprach. "Es scheint so, als hätten sich viele Menschen weiterentwickelt, wie die Bibel auch. Leider ist das bei Margaret Court nicht geschehen", sagte damals Martina Navratilova.