Berlin (dpa) - Die deutschen Beachvolleyball-Teams sind noch nicht in Olympia-Form. Beim Grand-Slam-Turnier in der Berliner Waldbühne erfüllten lediglich Katrin Holtwick und Ilka Semmler aus Essen mit ihrem Einzug ins Halbfinale in etwa die Erwartungen.

Holtwick/Semmler verpassten die 23 000 US-Dollar Prämie für Platz drei durch eine 0:2-Niederlage gegen die Italienerinnen Greta Cicolari/Marta Menegatti. «Das Turnier hier war eine gute Probe für London, denn die Wetter-Prognosen sagen ja dort auch viel Regen voraus», meinte Semmler. Zuvor war sie mit Partnerin Holtwick im Halbfinale bereits am topgesetzten chinesischen Team Chen Xue/Xi Zhang mit 1:2 gescheitert.

Im strömenden Regen kam das Duo vor nur 200 Zuschauern schwer in Tritt. Im zweiten Satz steigerten sie sich zwar, doch spielten die Chinesinnen im Tiebreak ihre Routine aus. Der Dauerregen trübte tagelang das größte deutsche Turnier, dessen Zuschauerresonanz weit unter den Erwartungen blieb.

Die Lokalmatadore Sara Goller/Laura Ludwig waren ebenso wie die beiden für Olympia qualifizierten Männer-Teams Julius Brink/Jonas Reckermann und Jonathan Erdmann/Kay Matysik (alle Berlin) bereits frühzeitig gescheitert und hatten die wenigen Zuschauer enttäuscht. «Wir haben wirklich nicht gut gespielt», räumte Reckermann ein.

Allzu tragisch nahm sein Partner Brink den Auftritt in Berlin aber nicht. «Wir werden daraus unsere Schlüsse ziehen. Aber aus unserem Abschneiden jetzt abzuleiten, dass sich unsere Chancen für Olympia verschlechtert hätten, wäre falsch», sagte der 30-jährige Berliner. Und Reckermann versprach: «In London sollte man uns wieder auf der Kappe haben.» Auch Goller warnte vor voreiligen Schlüssen hinsichtlich ihrer Olympia-Teilnahme: «Das Berliner Turnier hat mit London erstmal gar nichts zu tun.»

Das Männer-Finale entschieden die an Nummer 1 gesetzten Alison Cerutti/Emanuel Rego mit 2:1 gegen die Amerikaner Jacob Gibb/Jean Rosenthal für sich. Die Brasilianer durften sich über 43 500 US-Dollar Siegprämie freuen.

Kläglich gescheitert sind die Veranstalter mit ihrem Ziel, einen Zuschauer-Weltrekord für Volleyball zu fixieren. Beim Wettermix aus Regen und Sonnenschein fanden höchstens 6000 Schaulustige den Weg in die Waldbühne, wobei noch die Band Culcha Candela Publikum anlockte. Der bisherige Rekord von 18 000 Zuschauern, aufgestellt beim olympischen Hallenvolleyball-Finale der Männer in Peking, wurde klar verfehlt. Dennoch schwärmte Laura Ludwig über die Atmosphäre in der Waldbühne: «Es war supergeil. Auch wenn nur ein paar hundert Leute da waren, war die Stimmung auf dem Center Court bombastisch. Ich habe Gänsehaut auf dem Rücken gespürt.»