Hockenheim (SID) - Der Hockenheimring ist angesichts der wirtschaftlichen Krise des Nürburgrings für die dauerhafte Ausrichtung des deutschen Formel-1-Rennens bereit, hofft aber weiter auf den jährlichen Wechsel. "Wir stünden bereit, wenn alle Voraussetzungen passen", sagte Georg Seiler, Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH, dem SID: "Aber ich glaube, dass sich die Dinge am Nürburgring noch glätten werden, dass dort weiter gefahren wird und wir das alternierende Modell fortsetzen können." Dieses betrachtet Seiler ohnehin als das ideale.

Seit 2008 wechseln sich die beiden Traditionsstrecken als Ausrichter des Großen Preises von Deutschland ab, am Wochenende fährt die Königsklasse in Hockenheim. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hatte am Mittwoch jedoch erklärt, dass die Nürburgring GmbH in die "geordnete Insolvenz" gehen müsse. "Der Nürburgring ist mit uns zusammen die führende Rennstrecke in Deutschland. Deshalb bedaure ich sehr, was dort passiert - ohne die Dinge bewerten zu wollen", sagte Seiler.

Das in der Eifel am Mittwoch vorgestellte Modell, nach dem Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone als alleiniger Ausrichter des Nürburgring-Rennens auftreten könne, ist in Seilers Augen "sicherlich eine Lösung. Es würde dem Land Rheinland-Pfalz wahrscheinlich Defizite ersparen. Aber ich kenne keine Details."

Der Vertrag des Hockenheimrings läuft noch bis 2018. "Wir haben vor zwei Jahren eine schwarze Null geschrieben, und wir werden sie auch dieses Jahr wieder schreiben", sagte Seiler. Rund 56.000 Tickets waren am Donnerstagmittag verkauft, der Wert von 2010 (62.000) könnte damit durchaus wieder erreicht werden.