Lausanne (dpa) - Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die lebenslange Sperre gegen den ehemaligen FIFA-Präsidentschaftskandidaten Mohamed Bin Hammam aufgehoben. Das teilte der CAS mit.

Der Fußball-Weltverband (FIFA) hatte das frühere Mitglied des Exekutivkomitees am 23. Juli des vergangenen Jahres wegen Korruption auf Lebenszeit gesperrt und von allen künftigen Funktionen im Fußball ausgeschlossen. Bin Hammam hatte gegen die Sperre vor dem CAS Einspruch eingelegt.

Der Sportgerichtshof teilte in einer Stellungnahme mit, dass die Beweise gegen das frühere Oberhaupt des asiatischen Fußball-Verbandes AFC «unzureichend» seien. Das Gericht betonte jedoch, dass seine Entscheidung nicht Bin Hammams Unschuld belege. «Wir stellen lediglich fest, dass die Beweislage nicht ausreicht, um den Berufungskläger wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu verurteilen.» Deshalb hielt der CAS abschließend fest, dass der Fall Bin Hammam jederzeit wieder aufgerollt werden könne, wenn neue Beweise vorliegen sollten.

Die FIFA hat die CAS-Entscheidung, die mit 2:1-Richterstimmen fiel, in einer Stellungnahme «mit Besorgnis» zur Kenntnis genommen. Doch auch der Weltverband hielt fest, «dass Mohamed Bin Hammam im CAS-Urteil nicht für unschuldig befunden worden sei». Zudem wies die FIFA darauf hin, dass der asiatische Dachverband in dieser Woche ein Disziplinarverfahren gegen den 63-Jährigen wegen finanziellen Fehlverhaltens eingeleitet und ihn provisorisch gesperrt hat. Bin Hammam bleibe damit bis zum Abschluss des laufenden Verfahrens weltweit suspendiert.

Die FIFA hatte den umstrittenen Funktionär lebenslang verbannt, weil ihre Ethikkommission einen versuchten Stimmenkauf durch Bin Hammam im Vorfeld der Präsidentenwahl des Weltverbands Anfang Juni 2011 als erwiesen angesehen hatte. Er soll auf einer Sondersitzung des Karibischen Fußball-Verbandes (CFU) am 10. und 11. Mai in Trinidad und Tobago versucht haben, CFU-Funktionäre mit Geldgeschenken in Höhe von jeweils 40 000 Dollar zu bestechen.

Bin Hammam hat alle Vorwürfe der Bestechung wiederholt zurückgewiesen. Seine erste Suspendierung hatte er im August 2011 als politische Entscheidung bezeichnet. Bin Hammam ist ein früherer Vertrauter von FIFA-Boss Joseph Blatter, hatte sich später jedoch gegen den Schweizer gestellt.