Damaskus (dpa) - Nach dem Anschlag auf die engsten Vertrauten von Syriens Präsident Baschar al-Assad ist der Bürgerkrieg in Syrien weiter eskaliert. Am Donnerstag griffen die Regierungstruppen Hochburgen der Regimegegner im Großraum Damaskus mit Hubschraubern an.

Aktivisten berichteten von Angriffen mit Maschinengewehren und Raketen in den Vierteln Sajjida Seinab und Al-Hadschar al-Aswad. Auch die Ortschaft Samalka im Umland von Damaskus sei angegriffen worden. Die bewaffneten Revolutionäre versuchten nach Angaben von Aktivisten, mehrere Polizeiwachen zu stürmen.

Über den Aufenthaltsort von Präsident Baschar al-Assad gab es keine gesicherten Angaben. Regimegegner hatten am Mittwochabend gemeldet, die Präsidentenmaschine sei vom Militärflughafen Messe aus in Richtung der syrischen Hafenstadt Latakia gestartet.

Am Vortag waren drei der wichtigsten Funktionäre des Sicherheitsapparates einem Sprengstoffanschlag zum Opfer gefallen. Unter den Toten war auch Asef Schawkat, ein Schwager von Assad.

Über die Zahl der zivilen und militärischen Opfer in ganz Syrien am Mittwoch gingen die Angaben zum Teil weit auseinander. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sprach von 130 Toten, darunter 52 Soldaten der Regierungstruppen. Die Allgemeine Kommission für die Syrische Revolution zählte mehr als 200 Opfer. Die meisten Menschen sollen bei einem Angriff der Regierungstruppen in dem Damaszener Viertel Sajjida Seinab ums Leben gekommen sein.

Am Donnerstag sei nach Gefechten auf den Feldern, die an das Viertel Al-Messe in Damaskus anschließen, eine große Zahl von Zivilisten geflüchtet, hieß es. Bis zum Mittag starben nach Angaben der sogenannten Revolutionskomitees 20 Menschen. Kämpfe, bei denen auch die Luftwaffe eingesetzt wurde, meldeten Aktivisten unter anderem aus der Provinz Homs.