Kuala Lumpur (SID) - Der ehemalige FIFA-Präsidentschaftskandidat Mohamed Bin Hammam (Katar) erwägt einen Rückzug aus dem Fußball-Geschäft. Der 63-Jährige, dessen weltweite Sperre am Donnerstag vom internationalen Sportgerichtshof CAS überraschend aus "Mangel an Beweisen" aufgehoben worden war, will sich offenbar nicht mehr mit den ständigen Querelen in Verbänden und mit Funktionären auseinandersetzen müssen. Im Vorjahr war das langjährige Exekutivmitglied vom Weltverband FIFA kurz nach seiner aufgegebenen Kandidatur gegen FIFA-Boss Joseph S. Blatter (Schweiz) im Zusammenhang mit einer Schmiergeldaffäre lebenslang gesperrt worden.

"Mein Wunsch ist es, ganz offen gesprochen, mit dem Ganzen aufzuhören. Ich habe dem Fußball über 42 Jahre treu gedient. Doch im letzten Jahr habe ich ein sehr schlimmes und hässliches Gesicht dieses Sports kennen lernen müssen - eines, das von Neid bestimmt ist", sagte der Unternehmer der BBC: "Nun möchte ich den Fußball hinter mir lassen."

Der ehemalige Präsident der asiatischen Konföderation AFC soll zusammen mit dem mittlerweile zurückgetretenen Jack Warner (Trinidad/Tobago) bei einem Treffen der karibischen Fußball-Union CFU im Mai 2011 Stimmen für seine FIFa-Präsidentschaftskandidatur gekauft haben. Den Vorwurf hatte Bin Hammam, der vor wenigen Tagen vom AFC wegen Unregelmäßigkeiten bei AFC-Geschäften bis auf Weiteres suspendiert worden ist, stets abgestritten.

Die FIFA hatte angekündigt, die Unterlagen im Fall Bin Hammam an die Ethik-Kommission weiterzuleiten. Diese soll nach neuen Beweisen für unzulässige Handlungen des Katarers suchen.