London (dpa) - IOC-Präsident Jacques Rogge hat im Korruptionsskandal des Fußball-Weltverbandes ein klärendes Gespräch mit FIFA-Boss Joseph Blatter angekündigt. Seine Ringe-Organisation werde aber vorerst nicht gegen die FIFA ermitteln, erklärte Rogge in London.

«Wir haben in unserer Exekutive über dieses Thema gesprochen und unsere Ethik-Kommission hat uns empfohlen, die Entscheidung der neuen Ethik-Kommission der FIFA abzuwarten, die in der vergangenen Woche ins Leben gerufen wurde», erklärte Rogge.

Blatter, seit 1999 auch Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), wird vorgeworfen, Kenntnis von der Schmiergeldaffäre um die inzwischen insolvente Schweizer Marketingfirma ISMM/ISL gehabt zu haben. In den veröffentlichten Dokumenten zu dieser Causa wurden Zahlungen in Millionenhöhe an den Ex-FIFA-Chef Joao Havelange und Ricardo Teixeira bestätigt.

Rogge will im Rahmen der am Dienstag beginnenden IOC-Session mit Blatter reden. Konfrontiert mit der Frage, welche Konsequenzen Blatter zu befürchten habe, meinte der Ober-Olympier: «Ich habe eine goldene Regel. Ich gebe nie Kommentare über meine Kollegen ab, aber ich werde in ein paar Tagen mit Blatter reden. Das ist selbstverständlich.»