Perugine (SID) - Ein Olympia-Startverzicht von Ariane Friedrich rückt näher. "Sie will nicht in London abserviert werden und wird dort nur starten, wenn sie gut springen kann", erklärte Trainer und Manager Günter Eisinger nach den schwachen 1,84 m der 28-Jährigen am Samstag im italienischen Perugine. Dort schaffte die Athletin der LG Frankfurt nur die Anfangshöhe und riss 1,87 m.

Wie sehr Eisinger und Friedrich öffentliche Kritik getroffen hat, die nach der London-Nominierung auch von Olympiasiegerin Ulrike Meyfarth gekommen war, zeigte seine Reaktion auf die Frage nach den Bedingungen in Perugia: "Eine Erklärung dazu wird uns doch nur als Ausrede ausgelegt, am Besten sagen wir dazu gar nichts mehr. Aber: Es regnete, wie immer. Und es war wie beim Kindersportfest, was wir vorher nicht wussten. Schon bei der Höhe von 1,55 m wurde angefangen, und es zog sich alles lange hin."

Eisingers Konsequenz: "Wir müssen nun in Ruhe überlegen, ob Ariane noch einen Wettkampf macht, um durch ein besseres Ergebnis mehr Sicherheit zu haben, oder nicht."

Die deutsche Rekordlerin (2,06 m) war trotz fehlender A-Norm (1,95 m) auf Vorschlag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) über die zweimal erfüllte B-Norm (1,92 m) für London nominiert worden. Nach Achillessehnenriss im Dezember 2010 und dem Comeback in der Hallensaison hatte die WM-Dritte und Hallen-Europameisterin von 2009 laut Eisinger zwar wieder eine gute Form erreicht, konnte diese aber nicht umsetzen. Nach mehrfachem Pech mit den Bedingungen wurde die Jagd auf die 1,95 m immer mehr zur Last. Bei der EM in Helsinki meldete sie sich vor der Qualifikation mit einem Magen-Darm-Infekt ab. Auch danach schaffte sie keine Höhe, die ihr Sicherheit für London geben konnte.