Frankfurt/Main (dpa) - Schwache Unternehmenszahlen und die anhaltende Euro-Schuldenkrise haben am Donnerstag für eine verhaltene Entwicklung des Dax gesorgt. Der deutsche Leitindex pendelte in der ersten Handelsstunde um seinen Vortagsschluss und sank zuletzt um 0,29 Prozent auf 6388 Punkte.

Am Vortag hatte er noch ein knappes Plus ins Ziel gerettet und so eine dreitägige Verlustserie beendet. Der MDax gab am Donnerstag um 0,14 Prozent auf 10 461 Punkte nach. Für den TecDax ging es hingegen um 0,36 Prozent auf 759 Punkte hoch.

Hierzulande legten alleine aus dem Dax mit Siemens, BASF, VW und MAN vier Unternehmen Zahlen vor, die insgesamt eher negativ aufgenommen wurden. Zum Thema Schuldenkrise verwiesen Händler auf Berichte, wonach die Eurozone den Kauf spanischer Anleihen erwägt. Die leicht positiven Vorgaben der Übersee-Börsen halfen dem Dax zunächst ebenso wenig wie das erneut verbesserte GfK-Konsumklima, welches belegte, dass sich die deutschen Verbraucher nach wie vor recht unbeeindruckt von der Schuldenkrise zeigen.

Schwache Zahlen und unsichere Geschäftsaussichten ließen die Siemens-Aktien um 3,48 Prozent abrutschen. Der Elektrokonzern wurde im dritten Geschäftsquartal unerwartet deutlich von der zunehmenden Kaufzurückhaltung seiner Kunden erfasst und versah das Gewinnziel mit einem Fragezeichen. Bei MAN sorgte die Bilanzvorlage für noch deutlichere Kursabschläge von 6,23 Prozent. Damit übernahmen die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers die rote Laterne im Dax. Vor allem der Gewinn habe die Erwartungen deutlich verfehlt, hieß es aus dem Markt. Dazu komme der für das Gesamtjahr erwartete Ergebniseinbruch.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) gerieten nach der Zahlenvorlage in heftige Schwingungen und verloren zuletzt 1,46 Prozent. Der Umsatz und das operative Ergebnis des Wolfsburger Autobauers fielen im ersten Halbjahr etwas besser aus als prognostiziert. Für die BASF-Papiere ging es um knappe 0,04 Prozent nach unten. Der Chemiekonzern musste wegen höherer Steuern einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal hinnehmen. Er bleibt aber trotz zunehmender konjunktureller Risiken vor allem im Euroraum bei seinen Jahreszielen. Ein Börsianer sah insbesondere das EBIT vor Sonderposten über den Erwartungen. Auch der Umsatz habe die Schätzungen knapp übertroffen.