London (dpa) - Das deutsche Team hat sein Medaillenziel bei den Olympischen Spielen deutlich verfehlt. Dies geht aus den am Freitag vom Bundesinnenministerium erstmals veröffentlichten Zielvereinbarungen zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Fachverbänden hervor.

Demnach waren in London insgesamt 86 Medaillen, davon 28 aus Gold, angestrebt worden. Nach 241 der 302 Entscheidungen hatte das 391-köpfige Team aber lediglich 38 Mal Edelmetall (10 Gold, 17 Silber, 11 Bronze) gewonnen.

Laut den Unterlagen wurde von den 23 in London vertretenen Sportarten lediglich beim Tischtennis und im Kanu-Slalom das vereinbarte Ziel bislang erreicht. Die Schmetterkünstler hatten Bronze durch Dimitrij Ovtcharov und Bronze im Team gewonnen. Die Kanu-Rennsport-Flotte hatte die Vorgabe von sieben Medaillen vor dem letzten Finaltag am Samstag mit sechs Medaillen fast erfüllt. Auch die mit bisher fünf Plaketten dekorierten Leichtathleten hatten in den ausstehenden Wettbewerben noch die Chance, die angestrebte Marke von acht Medaillen, davon zwei aus Gold, zu erreichen.

«Nach dem Ausgang der Olympischen Spiele werden wir gemeinsam mit dem Sport nach einer sorgfältigen sportfachlichen Analyse die notwendigen Schlüsse für die zukünftige Sportförderung ziehen», kündigte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich in einer Pressemitteilung an.

Ein Journalist hatte nach eigenen Angaben für die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» mehrfach vergeblich bei DOSB und Ministerium die Vorgaben erfragt und deshalb Anfang Juli Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Dieser wurde stattgegeben.