Frankfurt/Main (SID) - Bundestrainer Martin Heuberger hat zwiespältig auf den Vorschlag reagiert, die olympischen Handball-Wettbewerbe künftig im Rahmen der Winterspiele auszutragen. In diesem Fall wären die Aktiven zu Jahresbeginn gefordert und nicht im Sommer, was Heuberger mit Blick auf die Bundesliga-Saison für problematisch hält.

"Dann wäre keine vernünftige Vorbereitung möglich. Die Mannschaftssportarten hatten jetzt vor den Sommerspielen vier Wochen Zeit zum Trainieren. Das hätte man als olympische Wintersportart nicht", sagte Heuberger am Freitag dem SID und fügte an: "Man hat ja auch gesehen, dass das Niveau bei der EM im Januar nicht so gut war wie beim olympischen Handballturnier in London."

Andererseits gibt der DHB-Coach zu bedenken, dass auch eine ungestörte Sommerpause nach einer langen Bundesliga-Saison eminent wichtig für die Regeneration der Profis sei. Heuberger: "Denkt man an die Belastung der Spieler, wäre die Pause vernünftig und würde Sinn machen." Den Status Quo mit zwei Großveranstaltungen in einem Jahr wie 2012 (EM und Olympia) hält der 48-Jährige jedenfalls für "mörderisch".

Genau diesen Aspekt hatte Manager Thorsten Storm vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen zum Anlass seiner Forderung genommen. "Ich bin dafür, den Handball ins Programm der Winterspiele aufzunehmen. Wir sind eine Hallensportart. Dieser Wechsel würde vieles einfacher machen", hatte der 47 Jahre alte Geschäftsführer der Löwen dem Mannheimer Morgen (Freitagausgabe) gesagt.

Zur Begründung fügte er an, bei dieser Lösung gäbe es keine zwei Turniere mehr in einem Jahr, weil Winterspiele wie auch Welt- und Europameisterschaften zu Jahresbeginn ausgetragen werden. Storm: "Das würde den Kalender entzerren."

Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbandes IHF, ist einem Wechsel hin zur olympischen Wintersportart offenbar nicht abgeneigt. "Immerhin finden unsere Weltmeisterschaften auch im Januar bei den Männern und im Dezember bei den Frauen statt", hatte der Ägypter jüngst betont.