Konflikte: Heftige Bombardements in Aleppo
Damaskus (dpa) - Die Truppen des Regimes von Baschar al-Assad haben in der Nacht mehrere Wohnviertel in der umkämpften Stadt Aleppo bombardiert. Beim Beschuss des Bezirks Bustan al-Kasr wurde auch ein örtlicher Rebellenkommandant getötet, berichteten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London.
Erneut bombardiert wurde auch der Ort Asas bei Aleppo. Dort waren am Mittwoch beim Abwurf zweier Fliegerbomben mindestens 60 Zivilisten getötet worden, unter ihnen auch Frauen und Kinder.
Unterdessen setzen die Vereinten Nationen und die Arabische Liga nach einer Reihe von Rückschläge ihre Hoffnung auf einen neuen Sondervermittler. Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi (78) trat am Freitag die Nachfolge von Kofi Annan an, der aus Enttäuschung über ausbleibende Fortschritte sein Mandat zum Monatsende niedergelegt hatte.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte nach Angaben eines Sprechers die Bereitschaft von Brahimi, sein Talent und seine Erfahrung in den Dienst dieser entscheidenden Aufgabe zu stellen. «Er wird dafür die starke, klare und gemeinsame Unterstützung der internationalen Gemeinschaft - inklusive des Sicherheitsrats - brauchen, die er zu Recht erwartet.» Für die Vereinten Nationen habe die Diplomatie zur friedlichen Beilegung der Krise weiterhin Vorrang.
US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte, die USA seien bereit, Brahimi bei seinen Friedensbemühungen zu unterstützen. Der Algerier sei ein «fähiger und bewährter Diplomat», sagte der stellvertretende US-Regierungssprecher Josh Earnest in Washington. Man werde im Syrien-Konflikt auch weiterhin eng mit der UN zusammenarbeiten. Zugleich forderte der Sprecher weitere Details über das UN-Mandat. «Wir müssen aber von der UN mehr über das Mandat der neuen Position Brahimis erfahren.»
Bundesaußenminister Guido Westerwelle begrüßte die Personalie. Der erfahrene algerische Krisendiplomat sei «der erhoffte starke Nachfolger» von Kofi Annan, erklärte Westerwelle am Freitagabend in Berlin. «Ich wünsche mir, dass er bei der komplizierten Suche nach einer politischen Lösung die dringend benötigten Impulse geben kann», fügte der Minister hinzu. Deutschland werde Brahimi nach Kräften unterstützen.
Brahimi sagte dem französischen TV-Sender France 24: «Ich hoffe, der Sicherheitsrat unterstützt mich mehr, als er es bei Kofi Annan getan hat.» Dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira sagte er, er sei überzeugt, dass Diplomatie immer noch eine echte Rolle bei der Lösung des Syrien-Konflikts spielen könne.