Berlin (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt eine zeitliche Streckung der Sparauflagen für Griechenland ab. «Mehr Zeit ist keine Lösung der Probleme» und bedeute «im Zweifel mehr Geld», sagte Schäuble am Donnerstag im Südwestrundfunk (SWR).

Die Euro-Zone sei bei dem im vergangenen Jahr mit Athen ausgehandelten Hilfs- und Reformpaket «an die Grenze dessen gegangen, was irgendwie wirtschaftlich vertretbar» sei.

Es gehe «nicht um mehr oder weniger Großzügigkeit», sondern darum, einen Weg zu finden, der die Eurozone insgesamt aus dem wachsenden Vertrauensmangel der Finanzmärkte herausführe. Dazu müsse aber der Bericht der sogenannten Troika der Geldgeber im September zur Umsetzung der griechischen Reformen abgewartet werden. Der Troika gehören EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) an.

Grundsätzlich müsse man für Griechenlands «schwierige Lage» Verständnis haben, sagte Schäuble. Klar sei auch, dass Athen wegen der wiederholten Wahlen «viel Zeit verloren» habe.