London (SID) - Sein Start bei den Olympischen Spielen könnte Stelzensprinter Oscar Pistorius die begehrte Goldmedaille in der Königsdisziplin über 100 m bei den Paralympics kosten. "Wenn ich unter die ersten Drei käme, wäre ich sehr zufrieden", sagt der "Blade Runner" aus Südafrika.

Der Grund: Um beim Olympia-Start über die längere Distanz 400 m genug Stehvermögen zu haben, hat der 25-Jährige fast zehn Kilo abgespeckt - nun fehlt ihm etwas Kraft für die 100 m. Zudem hat der 19 Jahre alte Brite Jonnie Peacock im Juli Pistorius' Weltrekord (10,91 Sekunden) um sechs Hundertselsekunden unterboten.

"Man muss wissen, dass ich meine Bestzeit über 100 m seit fünf Jahren nicht verbessert habe", sagt Pistorius: "Mein Ziel ist es, bei den Paralympics alle Titel zu verteidigen, aber wenn ich realistisch bin, muss ich sagen, dass mir die 200 m und die 400 m mehr liegen." Bei den Paralympics wird Pistorius außer den drei Einzelstarts auch in der 4x400-m-Staffel laufen.

Über 200 m gilt Landsmann Arnu Fourie, mit dem er sich im Paralympischen Dorf ein Zimmer teilt, als größter Rivale. "Vielleicht mische ich ihm am Abend vor dem Rennen Schlaftabletten in den Drink", sagte Pistorius schmunzelnd.

Auch der Leverkusener David Behre gilt als Medaillenkandidat, auch vor ihm hat Pistorius Respekt. "Er hat mir mal gesagt, dass er mich im Fernsehen laufen gesehen hat und ihn das inspiriert habe", meinte Pistorius: "Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, er hätte mich damals nicht gesehen, denn jetzt ist er einer meiner härtesten Rivalen."