Köln (SID) - 1.336.875 Euro werden an die erfolgreichen deutschen Athleten bei Olympia ausgeschüttet - möglicherweise letztmalig. Diese Summe für Medaillengewinner und Platzierte von London 2012 wurde durch den Gutachterausschuss der Stiftung Deutsche Sporthilfe in Frankfurt verabschiedet. Sie ist nahezu identisch mit den Prämien nach Peking 2008. Das Geld wird wie immer in monatlichen Raten ausgezahlt.

Die Sporthilfe wird in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie die Prämien in dieser Form abschaffen und die Förderung umstellen will. Entsprechende Pläne hatte Michael Ilgner, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Mitte August offenbart. Sporthilfe-Sprecher Jörg Hahn am Mittwoch auf SID-Anfrage: "Alles steht auf dem Prüfstand. Bisher ist nicht klar, ob die Prämie abgeschafft wird, oder ob es so weitergeht. Das Konzept für Rio de Janeiro 2016 wird in den nächsten Wochen verkündet."

Die London-Prämien staffeln sich wie folgt: Gold 15.000 Euro, Silber 10.000 Euro, Bronze 7500 Euro, 4. Rang 4000 Euro, 5. Rang 3000 Euro, 6. Rang 2500 Euro, 7. Rang 2000 Euro, 8. Rang 1500 Euro.

Die 1967 gegründete Sporthilfe hat bislang über 45.000 Talente und Top-Athleten aus fast allen olympischen Disziplinen, traditionsreichen nicht-olympischen Sportarten sowie dem Behinderten- und Gehörlosensport gefördert. Jährlich werden ca. 3800 Athleten in über 50 Sportarten mit 10 bis 12 Millionen Euro unterstützt. Rund 375 Millionen Euro hat die Sporthilfe in 45 Jahren für die Förderung ausgeschüttet. Unterstützung, die ankommt: 90 Prozent aller Goldmedaillen der Bundesrepublik Deutschland bei Olympischen Spielen wurden von Sporthilfe-geförderten Athleten gewonnen. 98 Prozent aller Olympiateilnehmer 2012 profitierten im Verlauf ihrer Karriere von der Unterstützung der Sporthilfe.