Manchester (dpa) - Kehraus im Transfersommer! Zum Abschluss der Wechselfrist hat die Premier League die Muskeln spielen lassen und für teils spektakuläre Personalrochaden gesorgt. Zumindest für Erleichterung im Portemonnaie können Europas Spitzenclubs immer noch sorgen:

Russlands Erstligisten beispielsweise dürfen noch bis Ende dieser Woche Spieler fremder Vereine unter Vertrag nehmen. Vor allem Meister Manchester City justierte in seinem schon edel bestückten Kader nach und holte vor Ende der Transferperiode vier Neue. «Ich denke, so können wir unsere Mannschaft verstärken», meinte ManCity-Trainer Roberto Mancini nach seinem Last-Minute-Kaufrausch.

Für rund 20 Millionen Euro holten die «Sky Blues» Mittelfeldspieler Javi García vom portugiesischen Spitzenclub Benfica Lissabon. Zudem kam der Brasilianer Maicon von Inter Mailand. Ebenfalls aus Italien wechselte der erst 19 Jahre alte serbische Innenverteidiger Matija Nastasic vom AC Florenz zu ManCity - Scott Sinclair heuerte von Swansea an. Auf der Gegenseite gab Englands Champion den Mittelfeldabräumer und ehemaligen HSV-Kicker Nigel de Jong an den AC Mailand ab.

Tottenham Hotspur reagierte auf sein Torwartproblem und lotste für rund zehn Millionen Euro den französischen Nationalspieler Hugo Lloris von Olympique Lyon an die White Hart Lane. Teuerster Akteur in England war in dieser Transferperiode jedoch Chelseas belgischer Offensivmann Eden Hazard für geschätzte 40 Millionen Euro Ablöse.

Nach Berechnungen der «Times» vom Samstag gaben allein die englischen Erstligisten in dieser Transferperiode 230,15 Millionen Pfund aus (290 Mio. Euro) - im Sommer 2011 waren es 139,3 Millionen Pfund gewesen. Dabei sind in die «Times»-Liste einige Last-Minute-Transfers aus der Nacht wie Manchester Citys Einkauf Javi García noch nicht einmal miteinberechnet.

Auf neue Konkurrenz im defensiven Mittelfeld muss sich Sami Khedira bei Real Madrid einstellen. Coach José Mourinho sicherte sich auf den letzten Drücker die Dienste seines früheren Schützlings Michael Essien und lieh den 29-Jährigen für eine Saison von Champions-League-Sieger FC Chelsea aus.

Zuvor hatte «The Special One» in Luka Modric einen weiteren Profi von der Insel geholt. Für rund 30 Millionen Euro verpflichtete er den Kroaten von Tottenham Hotspur und erhöht damit auch den Druck auf Fußball-Nationalspieler Mesut Özil im offensiven Mittelfeld.

Auf die Herausforderung Premier League freut sich Ashkan Dejagah. Der dreimalige iranische Nationalspieler unterschrieb für drei Spielzeiten beim FC Fulham und trifft auf den ehemaligen HSV-Trainer Martin Jol. «Ich bin sehr glücklich, bei Fulham zu unterschreiben und in der Premier League zu spielen», sagte Dejagah nach seinem Abschied in der Nacht zu Freitag vom VfL Wolfsburg. Bei der Eingewöhnung kann ihm sein früherer VfL-Teamkollege Sascha Riether helfen.

Serie-A-Meister Juventus Turin hofft mit Nicklas Bendtner auf höhere Effektivität im Angriff. Der Däne wurde von Lukas Podolskis FC Arsenal für eine Saison ausgeliehen. Zum Abschluss seiner Karriere wünscht sich der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Luca Toni ein Happy End in seiner Heimat. Der 35 Jahre alte frühere Bayern-Stürmer kehrte Al-Nasri in Dubai den Rücken und schloss sich für ein Jahr seinem alten Club AC Florenz an.

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