Istanbul (dpa) - Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Forderung seines Landes nach einer Schutzzone für Vertriebene in Syrien bekräftigt. Der Weltsicherheitsrat müsse dafür seine Uneinigkeit überwinden und eine Resolution für eine Flugverbotszone verabschieden.

Das sagte Erdogan nach Angaben türkischer Medien vom Samstag in einem Fernsehinterview am Freitagabend. «Man kann keine Schutzzone einrichten, ohne zunächst eine Flugverbotszone zu erklären», sagte Erdogan demnach. Die Risiken seien sonst zu groß. Der syrische Präsident Baschar al-Assad sei politisch am Ende und halte sich nur noch mit Krieg an der Macht.

Türkischen Berichten zufolge will Ankara den Plan für eine Schutzzone vor der UN-Generalversammlung weiter verfolgen, nachdem es im Weltsicherheitsrat in dieser Frage keine Einigkeit gibt. Der französische Außenminister Laurent Fabius hatte die Einrichtung einer Schutzzone für die Flüchtlinge in Syrien kürzlich in einem Interview als «sehr kompliziert» bewertet. Dazu bedürfe es einer Flugverbotszone, was ohne den Einsatz militärischer Mittel nicht möglich sei.

Inzwischen sind mehr als 80 000 Flüchtlinge aus Syrien in der Türkei. Die Türkei hatte in den vergangenen Tagen die Grenzkontrollen verschärft, um den Flüchtlingsstrom aus dem Nachbarland einzudämmen. Derzeit wird am Aufbau neuer Flüchtlingslager gearbeitet.