Frankfurt/Main (dpa) - Der Schriftsteller Marcel Beyer («Flughunde») ist am Freitag in Frankfurt zum 39. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim ernannt worden. Für ein Jahr darf er in dem historischen Stadtschreiberhaus des östlichen Stadtteils wohnen und arbeiten.

Zudem ist mit dem symbolischen Amt ein Preisgeld von 20 000 Euro verbunden. Beyer löst den Schriftsteller Thomas Lehr ab, der den renommierten Stadtschreiberpreis im vergangenen Jahr erhielt.

Die Jury würdigte den 46-Jährigen als einen «meisterlichen und gewissenhaften Erzähler». In seinem umfangreichen Werk untersuche er souverän und sachkundig das Verhältnis von Macht, Wissenschaft und Technologie in der jüngeren deutschen Geschichte. Der Preis, der seit 1974 vergeben wird, gilt als angesehenster Stadtschreiberpreis im deutschsprachigen Raum.

Beyer ist im baden-württembergischen Tailfingen geboren, wuchs in Kiel und Neuss auf und lebt mit seiner Familie bei Dresden. Er hat Romane, Lyrik, Essays, Literatur- und Musikkritiken veröffentlicht. Zu den bekanntesten Werken des mehrfach ausgezeichneten Autors zählen «Das Menschenfleisch» und «Kaltenburg». In diesem Jahr erschien «Putins Briefkasten».

Zu den Stadtschreibern der vergangenen Jahrzehnte gehören Autoren wie Wolfgang Koeppen, Jurek Becker, Herta Müller, Wilhelm Genazino, Friedrich Christian Delius, Peter Kurzeck, Katharina Hacker, Uwe Timm und zuletzt Thomas Lehr.

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