Hamburg (dpa) - Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat seine Prognose für die wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland angesichts der verschärften Rezessionstendenzen in der Eurozone nach unten revidiert.

«Inzwischen hat sich die Situation vor allem in Griechenland, Spanien und Italien weiter zugespitzt», begründete das HWWI am Mittwoch seine pessimistischeren Ausblick. Wegen der ungünstigeren Exportaussichten und deren Folgewirkungen hätten sich auch die Konjunkturperspektiven für Deutschland eingetrübt.

Für 2012 wird nunmehr ein Wirtschaftswachstum von nur noch 0,7 Prozent erwartet, nachdem man im Juni noch mit 1,0 Prozent gerechnet hatte. Noch deutlicher ist die Abwärtsrevision für das Jahr 2013. Hier erwarte man jetzt nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent, nachdem man im Juni noch 1,5 Prozent prognostiziert hatte. I

m zweiten Halbjahr 2012 dürfte die deutsche Wirtschaft stagnieren und an den «Rand einer Rezession geraten». Das HWWI sieht die Gefahr einer noch stärkeren Abschwächung der deutschen Wirtschaft: «Die Risiken für eine ungünstigere Entwicklung bleiben angesichts der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Eurokrise erheblich.»

Neben der Abschwächung der Auslandsnachfrage mehren sich laut HWWI inzwischen auch die Anzeichen für eine Abkühlung der derzeit noch recht guten Binnenkonjunktur. Besorgniserregend sei vor allem die zunehmende Zurückhaltung der Unternehmen bei ihren Ausrüstungsinvestitionen. Die Lage auf dem bislang robusten Arbeitsmarkt werde sich eher verschlechtern, die Zahl der Arbeitslosen sei bereits leicht gestiegen. Der Inflationsdruck sei unter diesen Bedingungen trotz der Energieverteuerung «sehr gering». Das HWWI erwartet im kommenden Jahr eine Inflationsrate von 1,9 Prozent.

HWWI-Pressemitteilung