Berlin (dpa) - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat eine zügige Untersuchung des Verdachts zugesagt, dass es im Umfeld der Terrorzelle NSU einen weiteren V-Mann gegeben haben soll.

Mehrmals habe es allerdings bei den entsprechenden Bundes- und Landesbehörden bereits Abfragen gegeben, ob einer der Beschuldigten V-Mann gewesen sei. «Wir hatten bisher negative Meldungen», sagte Friedrich am Mittwoch in Berlin. «Insofern wäre es ungewöhnlich, wenn man da was finden würde, aber wir gehen jedem Hinweis natürlich nach.»

«Spiegel Online» hatte berichtete, ein Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft, der vor Jahren mit dem NPD-Verbotsantrag zu tun gehabt habe, habe sich nun erinnert, damals den Namen des mutmaßlichen Terrorhelfers Ralf Wohlleben gehört zu haben.

Friedrich sagte, er habe die Anforderung der betreffenden Unterlagen des NPD-Verbotsverfahrens am Freitag angeordnet. Der Mitarbeiter, der den Hinweis gegeben habe, habe bisher nicht weiter befragt werden können. «Der Betreffende ist wohl in Urlaub gefahren.» Aber die Akten würden durchgesehen, der Mann werde noch befragt. «Das wird mit Hochdruck gemacht.» Die Akten aus dem Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht seien aber abgeleitet von den Akten der Verfassungsschutzämter. «Wir haben alle Beschuldigten (...) abgefragt bei den Ämtern und haben bisher keinerlei Nachricht bekommen, dass er dort als V-Mann irgendwann irgendwo geführt wurde.»