Düsseldorf (dpa) - Dank des zweiten Bundesliga-Doppelpacks von Dani Schahin hat für Fortuna Düsseldorf zumindest eine Serie gehalten.

Der Aufsteiger kassierte beim 2:2 (0:2) gegen Schalke 04 zwar die ersten Gegentore dieser Saison, ist aber auch nach sechs Spieltagen in der Fußball-Bundesliga weiter ungeschlagen.

Der beim 2:0-Auftaktsieg in Augsburg schon zweimal erfolgreiche Schahin glich in der 47. und 77. Minute die Schalker Halbzeitführung durch Klaas-Jan Huntelaar (13.) und Joel Matip (20.) aus. Damit bleibt der deutsche Meister von 1933 im Jahr 2012 daheim ungeschlagen und zumindest bis Samstag Tabellen-Fünfter.

«Nicht jeder hat damit gerechnet, dass wir nochmal zurückkommen. Wir haben uns in der Halbzeit noch einmal zusammengerauft. Im Endeffekt können wir zufrieden sein mit dem Punkt», sagte Schahin. Torwart Fabian Giefer meinte: «Wir wissen, was in uns steckt, das haben wir in der zweiten Halbzeit gezeigt. Das fühlt sich fast wie ein Sieg an.» Trainer Norbert Meier sprach von einem wunderschönen Gefühl für die Mannschaft. «Wir hatten in der ersten Halbzeit ein bisschen den Mut verloren», gestand Meier.

Die weiter auf Rang drei stehenden Schalker verpassten es, ein ganzes Stück näher zum Spitzenduo Bayern München und Eintracht Frankfurt aufzuschließen. «Ich bin stinksauer», schimpfte Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes. «Wir führen 2:0 in Düsseldorf, das Spiel müssen wir nach Hause fahren. Wir haben zweimal geschlafen. Letzten Endes muss man fast noch froh sein, dass sie nicht noch das 3:2 gemacht haben.» Manager Horst Heldt stellte nach dem «maßlos enttäuschenden Unentschieden» fest: «Das darf uns nicht passieren.»

Im Verfolgerduell war alles angerichtet für den ersten richtigen Fortuna-Festtag seit der Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs. Nach den Zuschauer-Teilausschlüssen in den Begegnungen mit Mönchengladbach und Freiburg, die beide 0:0 endeten, fieberten 54 000 Fans in der ausverkauften Düsseldorfer Arena dem West-Derby gegen den Champions-League-Starter entgegen.

Die erwartungsfrohen Fortuna-Fans wurden schnell enttäuscht. Huntelaar, Torschützenkönig der vergangenen Saison, durfte in der 13. Minute, sträflich alleingelassen, einfach mal abziehen. Gegen den 18-Meter-Linksschuss des Niederländers, der erstmals nach drei torlosen Spielen wieder traf, war Giefer ebenso machtlos wie sieben Minuten danach beim Kopfballtreffer von Matip.

In der 37. Erstligabegegnung zwischen den West-Konkurrenten nahm Fortuna-Trainer Meier drei Tage nach dem 2:0 in Fürth nur einen Wechsel vor. Für Ken Ilsö, der bei den Franken das 2:0 erzielt hatte, rückte wieder Andrej Woronin in die Startelf. Nach guten zehn Minuten wurden spätestens mit dem 0:1 Defizite bei der Fortuna erkennbar. Nach vorn lief fast nichts, Gefahr für Giefers Gegenüber Lars Unnerstall kam nicht auf. Abgezockt und souverän - Schalke präsentierte sich in den ersten 45 Minuten überlegen. Meier reagierte und brachte als neuen Offensiven Stefan Reisinger.

Doch nicht der ehemalige Freiburger, sondern Schahin mit seinem dritten Treffer dieser Spielzeit weckte neue Fortuna-Hoffnungen. Jetzt wurde es dank neuer Fortuna-Kräfte ein offener Schlagabtausch, in dem Giefer gegen Lewis Holtby (53.), Ibrahim Afellay (60.) und Huntelaar (66.) dreimal glänzend reagierte. Auf der Gegenseite traf Schahin in der 67. Minute eine Ilsö-Flanke mit dem Kopf nicht richtig, machte es dann aber zum umjubelten 2:2 besser.