Düsseldorf (dpa) - Die SPD will nach der Bundestagswahl 2013 mit den Grünen regieren. Eine SPD-Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück ist für viele Grüne allerdings wohl nicht ganz unproblematisch.

Denn in seiner kurzen Amtszeit als Ministerpräsident einer rot-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen erwies sich Steinbrück als roter Hardliner.

Wochenlange Streitereien um Verkehrs- und Kraftwerksprojekte brachten das Bündnis fast zum Scheitern. Sonderparteitage mussten schließlich im Sommer 2003 ein «Düsseldorfer Signal für Erneuerung» absegnen - eine Art Schlichtungsvertrag zur Fortführung der lieblosen politischen Vernunftehe.

Steinbrück hatte die rot-grüne Koalition in NRW im November 2002 von seinem SPD-Amtsvorgänger Wolfgang Clement geerbt, nachdem dieser an die Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums gewechselt war. Die Grünen kamen damit vom Regen in die Traufe: In den Regierungsjahren beider Ministerpräsidenten machte Rot-Grün im bevölkerungsreichsten Bundesland fast nur als Streitkoalition von sich reden.

Wie sein Vorgänger Clement versuchte auch Steinbrück, den kleinen Koalitionspartner an die Kandare zu nehmen statt auf Ausgleich zu setzen. Als er sich 2005 zur Wahl stellen musste, verlor die SPD mit dem Spitzenkandidaten Steinbrück erstmals seit fast 40 Jahren eine Wahl in Nordrhein-Westfalen.