Berlin (dpa) - Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hält Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD für eine gute Wahl. «Ich begrüße das ausdrücklich. Er will das, und er kann das», sagte Schröder der «Rheinischen Post» (Samstag).

Auf die Frage, ob Steinbrück Kanzlerin Merkel schlagen könne, antwortete Schröder kurz und bündig mit «Ja».

Schröder empfahl seiner Partei zugleich, eine Ampel-Koalition mit Grünen und FDP nach der Bundestagswahl 2013 nicht auszuschließen. «Damit würde die SPD der Kanzlerin die letzten Reste einer Machtoption wegnehmen. Warum soll man das ausschließen?» Wenn sich die FDP anders orientiere, «darf man in der SPD ruhig darüber diskutieren».

Schröder kritisierte Tendenzen in der SPD, die Rentenreformen korrigieren zu wollen. «Wer glaubt, er könne die Demografie mit theoretischen Konzepten überlisten, der irrt.» Um Rente bezahlbar zu halten für die Beitragszahler, müsse man an der Rente mit 67 und der Absenkung des Niveaus festhalten.

Korrekturen an den Sozialreformen der Agenda 2010 sieht er hingegen gelassen. «Die Agenda 2010 sind nicht die zehn Gebote, und ich bin nicht Moses. Das Konzept muss sich in der Wirklichkeit ja bewähren.»