Berlin (dpa) - Die bayerische SPD sieht die Medien-Affäre der CSU nach dem Rücktritt von Parteisprecher Hans Michael Strepp noch nicht ausgestanden. «Bis heute ist ja nicht aufgeklärt, was wirklich war», sagte der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold im ARD-«Morgenmagazin».

Nach wie vor sei nicht klar, warum Strepp am Sonntag beim ZDF angerufen habe, und was der Inhalt dieses Anrufs gewesen sei. «Es ist schon ein ungeheuerlicher Vorgang, dass Horst Seehofer hier weiterhin die Aufklärung verweigert», sagte Pronold an die Adresse des CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten.

Strepp soll mit einem Drohanruf in der «heute»-Redaktion am Sonntag versucht haben, einen ZDF-Bericht über den bayerischen SPD-Parteitag mit der Kür des Spitzenkandidaten Christian Ude zu verhindern. Er selbst bestreitet das. Nach der parteiübergreifenden Empörung über diesen Vorgang trat er aber am Donnerstag zurück. Das ZDF blieb bei seiner Darstellung.

Pronold sagte zum Verhalten Strepps: «Das ist ein Anschlag auf die Pressefreiheit, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr erfolgt ist in der Bundesrepublik Deutschland.» Er warf CSU-Chef Seehofer vor, nur zu sagen, es gebe zwei unterschiedliche Aussagen, die Strepps und die des ZDF. «Er bagatellisiert das.»

Der SPD-Landesvorsitzende plädierte zwar für weniger Parteieneinfluss in den Medien, einen völligen Rückzug der Politik aus den Gremien zum Beispiel öffentlich-rechtlicher Anstalten lehnte er aber ab: «Davon halte ich auch nichts. Welche demokratische Kontrolle findet denn dann statt? Ein bisschen Kontrolle muss schon sein», sagte Pronold.