Berlin (dpa) - Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast hat weitere Aufklärung in der Medienaffäre der CSU gefordert. Mit dem Rücktritt des Pressesprechers Hans Michael Strepp sei die Sache für Parteichef Horst Seehofer noch nicht ausgestanden, sagte Künast der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

Sie gehe davon aus, dass der Sprecher nicht im Alleingang gehandelt habe. «Der Anruf beim ZDF ist nur die Spitze des Eisberges. Die Berichte über Fälle von Einflussnahme auf den Bayerischen Rundfunk durch die CSU sind sattsam bekannt», meinte die Grünen-Politikerin.

Der Vorgang müsse lückenlos aufgeklärt werden. «Ich will wissen, ob es einen Auftrag gab oder ob das in Bayern Methode ist.» Die CSU agiere seit Jahren so, als habe «ihr der liebe Gott persönlich Bayern als Territorium geschenkt. Sie muss endlich lernen, dass dies nicht der Fall ist.»