Bremen (dpa) - Der Fußball-Manager Klaus Allofs wechselt mit sofortiger Wirkung vom SV Werder Bremen zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg. Den Transfer des 55-Jährigen nach 13 Jahren in Bremen bestätigte Aufsichtsrats-Mitglieder beider Vereine.

Ein derartiger Manager-Wechsel während der laufenden Saison ist bisher einmalig in der Bundesliga-Geschichte. Noch im Lauf des Tages ist in Bremen eine Pressekonferenz geplant. Am Donnerstag soll Allofs bei seinem neuen Arbeitgeber vorgestellt werden. «Wir sind zu einer guten Einigung mit Werder gekommen», zitier «kicker.de» das VfL-Aufsichtsratsmitglied Stephan Grühsem.

Mit Allofs endete in Bremen eine Phase von seltener Kontinuität. Der 55 Jahre alte Manager arbeitete seit Oktober 1999 bei Werder in verantwortlicher Position, zunächst als Vorstandsmitglied, zuletzt als Vorsitzender der Geschäftsführung. Jetzt wird er beim VfL Wolfsburg Nachfolger des am 25. Oktober entlassenden Geschäftsführers Felix Magath und erhält einen Vertrag bis 2016.

Mit der Bestätigung am Mittwoch enden die seit vergangenen Donnerstag anhaltenden Spekulationen. Allofs selber hatte zuvor mehrfach ein Angebot des VfL und Gespräche mit den Wolfsburgern dementiert. Der Manager hatte aber auch gesagt, dass es im Fußball ganz schnell gehen kann. Und so kam es dann auch.

Dass Thomas Schaaf seinem langjährigen Kollegen zum VfL folgt, gilt als unwahrscheinlich. Zur Frage, ob eine Schaaf-Verpflichtung im Raum stehe, hatte der Wolfsburger Finanz-Geschäftsführer Thomas Röttgermann zu Beginn der Woche gesagt: «In unserem Raum steht es nicht.»

Erst im Dezember des vergangenen Jahres hatten Allofs und Schaaf neue Verträge bei Werder unterschrieben, der Kontrakt des Geschäftsführers galt bis 2015. Das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg 2004 und sechs Champions-League-Teilnahmen innerhalb von sieben Jahren gehören zur Erfolgs-Bilanz der beiden. Zuletzt verpasste Werder jedoch zweimal hintereinander den internationalen Wettbewerb - genau wie der VfL Wolfsburg.

Allofs folgt Magath, dessen zweite Amtszeit nach dem Titelgewinn im Jahr 2009 und dem Wechsel zu Schalke 04 gründlich danebenging. Bei Magaths Entlassung stand der VfL mit nur fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Interims-Coach Lorenz-Günther Köstner holte zuletzt aus drei Spielen sechs Punkte und hofft nun auf eine dauerhafte Beschäftigung.

Magath war für den Werksclub als Trainer, Manager und Geschäftsführer tätig. Von dieser Struktur will Volkswagen als hundertprozentiger Anteilseigner des VfL in Zukunft abrücken. Die VW-Verantwortlichen hatten erklärt, den Trainer- und Managerposten nicht mehr in Personalunion vergeben zu wollen.