Jerusalem (dpa) - Außenminister Guido Westerwelle hat im Gaza-Konflikt von allen Seiten weitere Anstrengungen für einen Waffenstillstand verlangt.

«Es ist von allergrößter Bedeutung, dass wir für eine Deeskalation und Frieden arbeiten», sagte Westerwelle zum Auftakt eines Israel-Besuchs am Montagabend in Jerusalem. «Wir müssen darüber reden, wie wir zu einem Waffenstillstand kommen. Das ist der Schlüssel zu allem anderen.»

Westerwelle kam noch am Abend mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman zusammen. Lieberman sagte, er hoffe, die westliche Welt habe Verständnis für Israels Wunsch, in Sicherheit zu leben. Westerwelle entgegnete: «Israel ist unser Freund. Israel ist unser Partner. Israel hat jedes Recht, sich selbst und seine Bevölkerung zu verteidigen.» Zugleich betonte er, der Tod von weiteren Zivilisten müsse vermieden werden.

Der FDP-Politiker hält sich noch bis Dienstagabend in Israel auf. Auf dem Programm stehen Treffen mit Staatschef Shimon Peres und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Westerwelle will aber auch einen Abstecher nach Ramallah in die Palästinensergebiete machen, wo er den vom Westen unterstützten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas sehen will. Ein Besuch im Gaza-Streifen ist nicht geplant.

Seit Beginn des blutigen Schlagabtauschs am vergangenen Mittwoch wurden nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums etwa hundert Palästinenser getötet und mehr als 800 verletzt, darunter viele Kinder. Auch drei Israelis starben. Zuvor hatte Westerwelle auch schon mit den anderen Außenministern der Europäischen Union einen raschen Waffenstillstand verlangt.

Eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen für eine Einstellung der gegenseitigen Angriffe zwischen Israelis und Palästinensern könnte Ägypten zukommen. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat einen gewissen Einfluss auf die Palästinenser. Aus der Muslimbruderschaft - der politischen Heimat Mursis - ging vor Jahrzehnten die Hamas hervor.

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