FußballSicherheitsauflagen in der Schweiz verschärft

Bern (SID) - Alkoholverbot bei Hochrisikospielen, elektronische Zutrittskontrollen mit Identitätsnachweis und Einschränkungen im Ticketing: Während im deutschen Profi-Fußball über das Sicherheitskonzept gestritten wird, ist man in der Schweiz bereits einen Schritt weiter. Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) verabschiedete Sicherheitsempfehlungen, die ab der Saison 2013/14 sowohl im Fußball als auch im Eishockey in Kraft treten sollen.

Vorgesehen ist mit Bekanntgabe der Spielpläne die Einstufung aller Begegnungen in eine von drei Risikostufen (grün, gelb, rot). Dies soll den Vereinen und Sicherheitsbehörden Planungssicherheit gewährleisten. Spiele der höchsten Risikobewertung unterliegen demnach den weitreichensten Einschränkungen. So soll etwa - mit Ausnahme der VIP-Bereiche - ein striktes Alkoholverbot im Stadionbereich durchgesetzt werden.

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Zudem soll bei Hochrisikospielen das "Kombiticket" zur Anwendung kommen. Gästefans können demnach nur dann in den Gästesektor eines Stadions gelangen, wenn sie mit dem von den Behörde zugewiesenen Transportmittel anreisen. Desweiteren soll in jenen Bereichen der Heim- und Gästesektoren, die "am stärksten von Gewalt betroffen sind, ein lückenloser Abgleich eines Identitätsausweises mit der Hooligan-Datenbank erfolgen". In dieser sind in der Schweiz über 1000 Personen Stadionverboten verzeichnet. In den übrigen Stadionsektoren sollen je nach Risikograd des Spiels ebenfalls lückenlose oder stichprobenweise Kontrollen erfolgen. Die Schweizer Fuball Liga (SFL) und der Schweizerische Fußball-Verband (SFV) äußerten zu den letzten beiden Punkten Bendenken.

Rechtskräftig sind die Empfehlungen bislang allerdings nur in den Kantonen Appenzell Innerrhoden und St. Gallen. In den Kantonen Luzern, Uri, Neuenburg und Zürich liegen entsprechende Parlamentsbeschlüsse vor und es laufen die Referendumsfristen.

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  • Quelle sid