Sport AllgemeinVesper appelliert an Doping-Mitwisser

Bonn (SID) - Nach der Enttarnung des Dopingsystems von Lance Armstrong durch amerikanische Radsport-Kollegen hat Michael Vesper dieses Beispiel zur Nachahmung in Deutschland empfohlen. Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) meinte als Aufsichtsratsratsmitglied der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA bei deren 10. Jubiläum am Mittwoch in Bonn, ihre Aussagen hätten bei der Enttarnung von Armstrongs Dopingsystem zum Erfolg der amerikanischen Partneragentur USADA geführt. Vesper: "Ich appelliere an Mittäter und Mitwisser: Sagen Sie der NADA was ist und was war. Dann kann sie handeln."

Mit dem Hinweis auf die auch in Deutschland existente Kronzeugenregelung machte Vesper deutlich, dass Personen, die sich selbst belasten würden, Strafmilderung erwarten könnten, wenn sie zur Aufklärung entscheidender Fälle beitragen.

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Vesper sieht noch einen weiteren Weg zur Optimierung der Erfolgschancen im Anti-Doping-Kampf: "Ich wünsche mir eine stärkere Kooperation mit der Pharmaindustrie, deren Produkte es ja in aller Regel sind, die für Dopingzwecke missbraucht werden. Ich mache damit ausdrücklich keine Schuldzuweisung, denn die Medikamente, die zur verbotenen Leistungssteigerung in Wettkämpfen missbraucht werden, leisten einen ganz wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung von Krankheiten", sagt der DOSB-Generaldirektor und unterstellt: "Es könnte doch im Interesse der Pharmaunternehmen liegen, erstens die Tests, mit denen die Anwendung der von ihnen produzierten Mittel zu Dopingzwecken leicht erkannt werden kann, gleich mit zu entwickeln und zweitens auch einen finanziellen Beitrag zur Funktionsfähigkeit der NADA zu leisten. Warum also nicht einmal gezielt die Pharmaindustrie ansprechen?"

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  • Quelle sid