Brüssel (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Großbritanniens Premierminister David Cameron sind sich beim verfahrenen EU-Haushaltsgipfel ein kleines Stück nähergekommen.

Merkel habe für die Position Großbritanniens «Sympathie erkennen lassen», sagten britische Diplomaten nach einem Gespräch zwischen Merkel und Cameron am Rande des Gipfels in Brüssel am Freitag.

Ob dies ausreicht, um ein Scheitern des Gipfels zu verhindern, galt als unwahrscheinlich. «Wir müssen abwarten», hieß es aus der britischen Delegation. Bei dem Gespräch saßen nach Darstellung aus deutschen Delegationskreisen auch der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte und Schwedens Regierungschef Fredrik Reinfeldt mit am Tisch.

Die vier Länder sind alle Netto-Beitragszahler in das EU-Budget und wollen deshalb Kürzungen im Etatentwurf der EU-Kommission. Großbritannien nimmt in diesem Kreis eine Extremposition ein. London will absolute Kürzungen im Haushalt durchsetzen, aber keine Abstriche bei seinem eigenen «Britenrabatt» hinnehmen. Deutschland hat bei den Verhandlungen kein Interesse daran, eine Situation entstehen zu lassen, die Großbritannien gegenüber den anderen 26 EU-Ländern isoliert.