Stuttgart (dpa) - Die Tötungsfantasien des Amokläufers von Winnenden haben am Freitag das Landgericht Stuttgart beschäftigt. Zwei leitende Mediziner einer psychiatrischen Klinik, in der der 17-Jährige untersucht worden war, beriefen sich jedoch auf ihre ärztliche Schweigepflicht.

Das Gericht muss nun klären, ob ihnen ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht. Sollte dies zutreffen, wird das Gericht kaum klären können, ob sie von Tötungsfantasien des jungen Mannes wussten. Der Amokläufer hatte am 1. März 2009 in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen.

Der Bundesgerichtshof hatte ein erstes Urteil im Winnenden-Prozess wegen Verfahrensfehlern kassiert. Angeklagt ist der 53 Jahre alte Vater des Amokläufers. Er hatte die Waffe unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt, mit der sein Sohn die Tat beging.

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