Formel 1Ecclestone bei Anklage womöglich vor dem Aus

München (SID) - Die Formel 1 könnte schon bald einen neuen Herrscher haben. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe) laufen in der Königsklasse detaillierte Vorbereitungen, Bernie Ecclestone als Vermarkter der Rennserie abzulösen. Sollte in München Anklage gegen den 82-jährigen Briten wegen Bestechung erhoben werden, will sich das Führungsgremium der Firma Delta Topco, die als Obergesellschaft des Rennsport-Imperiums fungiert, auf der Ärmelkanal-Insel Jersey treffen und möglicherweise über einen Interims-Chef aus den eigenen Reihen beraten. Mit einer Anklage Ecclestones wird in den nächsten Wochen gerechnet.

Wie die Spitze der Formel 1 künftig aussehen soll, behält sich das Gremium aber noch vor. Eine Entscheidung über die dauerhafte Besetzung soll auch erst nach Ende des möglichen Justizverfahrens in München fallen, das sich allerdings bis 2014 hinziehen könnte.

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Ecclestone soll dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs einer Formel-1-Beteiligung der BayernLB an den britischen Investor CVC gezahlt haben. Der mittlerweile zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Gribkowsky soll Ecclestone bei der Münchner Staatsanwaltschaft schwer belastet haben, der Brite bestreitet die Vorwürfe und behauptet, Gribkowsky habe ihn erpresst.

Unlängst hatte Ecclestone in britischen Medien darauf hingewiesen, wie gut seine Kontakte zu den Promotern der Formel-1-Rennen seien und dass das Geschäft deshalb leiden könne, falls er nicht mehr am Ruder sei.

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  • Quelle sid