InternetPakt mit Zynga gelockert: Facebook darf selbst Spiele entwickeln

New York (dpa) - Der Online-Spieleentwickler Zynga hat seine Sonderstellung bei Facebook verloren. Für den «Farmville»-Erfinder gelten nun die gleichen Bedingungen wie für andere Anbieter, erklärte Facebook. Die bereits seit langem schwache Zynga-Aktie verlor am Freitag vorbörslich fast neun Prozent.

Zugleich geben sich die bislang engen Partner Facebook und Zynga damit mehr Freiraum. So muss Zynga künftig bei seinen Spielen keine Anzeigen aus der Werbeplattform von Facebook mehr einblenden oder das Bezahlsystem des Sozialen Netzwerks nutzen. Umgekehrt darf Facebook auch selbst Spiele entwickeln, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Zugleich schränkte das Online-Netzwerk ein, man habe derzeit keine Absicht, selbst ins Spielegeschäft einzusteigen.

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Facebook und Zynga waren bislang nahezu unzertrennlich: In dem Sozialen Netzwerk fand der Spiele-Entwickler Millionen Fans, dafür schöpfte Facebook einen Anteil an den Einnahmen ab. Doch das Geschäft bei Zynga hat an Schwung verloren. Die Änderung des Vertrags zwischen den zwei Firmen gebe Zynga nun genügend Flexibilität, um seine Produkte und Services auch andernorts anzubieten, erklärte Manager Barry Cottle. Gleichzeitig werde die Partnerschaft mit Facebook fortgeführt. Die Lockerungen in dem zwei Jahre alten Vertrag mit Facebook treten zum 31. März kommenden Jahres in Kraft.

Zynga schreibt Verluste. Firmenchef, Gründer und Großaktionär Mark Pincus streicht deshalb 150 Stellen. Er versucht gleichzeitig, die Abhängigkeit von den schwächelnden Simulationsspielen wie «Farmville» zu verringern. Diese Klassiker finden ihre Fans auf Facebook. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen stößt Zynga in Richtung Glücksspiel mit Online-Poker und Roulette vor. Nachdem Zynga die Sonderstellung bei Facebook verliert, könnten Rivalen schneller ihren Kundenstamm in dem Netzwerk mit inzwischen mehr als einer Milliarde Nutzer ausbauen.

Börsendokument Facebook

Börsendokument Zynga

Bloomberg mit Facebook-Stellungnahmen

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  • Quelle dpa