London (dpa) - Sie ist gerade mal 3,7 mal 2,7 Zentimeter groß, und wirkt von weitem betrachtet eher unscheinbar: Eine Kohle-Zeichnung des italienischen Renaissance-Künstlers Raffael hat bei einer Auktion in London 29,7 Millionen Pfund (36,6 Millionen Euro) eingebracht.

Damit erreichte die filigrane Darstellung des Kopfes einer der Apostel fast das Doppelte des maximal erwarteten Preises, wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte. Es sei die teuerste Arbeit auf Papier, die je versteigert worden sei. Zwei Telefonbieter lieferten sich einen 17 Minuten langen Wettkampf. Als der Hammer fiel, brach im Saal Applaus los.

«Wer Glück hat, dem begegnet eine solche Arbeit einmal in seiner Karriere», sagte Gregory Rubinstein, bei Sotheby's für Alte Meister zuständig. «Einige der großartigsten Sammler der Welt haben heute mitgeboten, weil sie anerkennen, dass Raffael ein Genie war und diese Zeichnung außerordentlich schön und von außergewöhnlicher Herkunft ist.»

Die Zeichnung stammt aus den Jahren 1519-20 und ist eine Vorarbeit zu Raffaels (1483-1520) berühmtem Bild «Die Verklärung Christi», das in den Vatikanischen Museen in Rom hängt. Es gilt als eines der wichtigsten Gemälde der Renaissance. Zuletzt war die Zeichnung Teil der Sammlung des Herzogs von Devonshire und war seit 1700 im Herrenhaus Chatsworth House in Derbyshire aufbewahrt worden.

Ergebnis bei Sotheby's