Stuttgart/Istanbul (dpa) - Die Fußball-Bundesliga zieht mit allen sieben Mannschaften in die K.o.-Phase des Europapokals ein. Der VfB Stuttgart löste am Donnerstagabend trotz eines peinlichen 0:1 (0:1)-Ausrutschers gegen Molde FK als letztes deutsches Team das Ticket für die nächste Runde. Die Schwaben profitierten von einem 1:0-Sieg von Steaua Bukarest beim Rivalen FC Kopenhagen und kamen damit als Zweiter der Gruppe E weiter. Die bereits qualifizierte Borussia aus Mönchengladbach überzeugte mit einer B-Elf beim 3:0 (2:0) bei Fenerbahce Istanbul.

Ebenfalls im Europacup überwintern die Champions-League-Starter Borussia Dortmund, Bayern München und Schalke 04. Hannover 96 und Bayer Leverkusen hatten schon vor ihren letzten Gruppenspielen das Weiterkommen in der Europa League sicher.

Die Stuttgarter machten es allerdings bis zum Schluss unnötig spannend. Der Ivorer Davy Angan nutzte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Schwäche der VfB-Abwehr zum 1:0. Eigentlich wollten es die Hausherren mit einem Sieg aus eigener Kraft in die nächste Runde schaffen.

Doch die Gastgeber agierten im Spielaufbau und Abschluss zu unkonzentriert. Erst in Halbzeit zwei ging der VfB engagierter zu Werke, doch die Molde-Innenverteidigung stand stabil. Stuttgart spielte zwar im im permanenten Vorwärtsgang, überbot sich aber gegenseitig im Vergeben selbst hochkarätiger Chancen. Bei Minus zwei Grad bot der VfB eine ernüchternde Vorstellung, für die K.o.-Runde im Februar ist eine Steigerung bitter nötig.

Dagegen betrieben die Gladbacher Reservisten beste Eigenwerbung. Vor den Augen des heutigen Bundestrainers und früheren Fenerbahce-Coaches Joachim Löw trafen der Deutsch-Türke Tolga Cigerci (23. Minute), Mike Hanke (28./Foulelfmeter) und der lange verletzte Luuk de Jong (79.) bei seinem Comeback für die B-Elf von Trainer Lucien Favre. «Fener» war als Gruppensieger gemeinsam mit dem fünfmaligen deutschen Meister schon vorher für das Sechzehntelfinale qualifiziert.

Bei der Borussia standen gleich neun Neue in der Startformation. Auch «Fener»-Chefcoach Aykut Kocaman ließ gleich zehn andere Profis als im letzten Spiel der SüperLig auflaufen. Mit den umfassenden Umbauarbeiten kamen die Gäste deutlich besser zurecht. Der frühe Lohn: Cigerci, der schon für die deutsche U 19 gespielt und sich erst im September für die Türkei entschieden hat, traf mit einem sehenswerten Schlenzer aus rund 18 Metern.

Nur fünf Minuten später brachte Henri Bienvenu im Fenerbahce-Strafraum Gladbachs schwedischen Angreifer Branimir Hrgota zu Fall. Hanke ließ sich die Chance nicht entgehen. Auch nach der Pause ließen die Gladbacher nichts mehr anbrennen und polierten ihre Europa-League-Bilanz weiter auf.