Bad Salzungen (SID) - Die Trainersituation im deutschen Sport ist laut Thomas Bach "auf allen Stufen unbefriedigend". Vor der 8. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag in Stuttgart betonte der DOSB-Präsident in der Südthüringer Zeitung: "Sie bleibt eine der "großen Herausforderungen des Leistungssports in Deutschland."

Bach erklärte: "Das gilt für die Gewinnung von Trainern über Aus- und Fortbildung bis hin zur Bezahlung. Der Beruf wird leider viel zu wenig gewürdigt und anerkannt. Die Finanzierung der Trainertätigkeit aus oft vielen Töpfen und dazu immer nur relativ kurzfristige Verträge sind zudem wenig förderlich und behindern die effektive und langfristige Arbeit im Leistungssport."

Der Fecht-Olympiasieger von 1976 kritisierte zugleich vereinzelte Äußerungen aus dem Bundestag, dass beispielsweise Prämien für erfolgreiche Trainer als "Anstiftung zum Dopen" bezeichnet werden: "Das ist absolut inakzeptabel."

Trotz der Diskussion um die Finanzierung des Spitzensports sei dieser in Deutschland aber auf "hohem Welt-Niveau", betonte Bach: "Als eines der wenigen Länder weltweit sind wir absolute Weltspitze im olympischen Wintersport, Weltspitze im olympischen Sommersport und im Fußball. Für uns stellt sich nicht die Frage, ob der Leistungssport in Deutschland überlebensfähig ist, sondern wie wir auch in Zukunft mit derartigen Erfolgen glänzen können und nicht ins Mittelmaß absinken."

Um dies zu schaffen, müsse die Aufgabe mit "Entschlossenheit und Optimismus" angegangen werden. Dabei sollte jedoch jedem klar sein: "Zum Nulltarif sind olympische Erfolge nicht zu erreichen."