Stuttgart (SID) - Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat in einem Beschluss den Olympiastützpunkten und Mitgliedsverbänden empfohlen, auf die Zusammenarbeit mit den umstrittenen Freiburger Sportmedizinern Lothar Heinrich und Andreas Schmid zu verzichten. Diese, so stellte das Präsidium fest, hätten gegen Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen.

Bis zum 31. Dezember 2020, dem Ende der 32. Olympiade, werde das Präsidium Heinrich und Schmid nicht für die Deutsche Olmypiamannschaft nominieren. Auch sollen in Präventionsveranstaltungen Athletinnen und Athleten "ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die beiden Mediziner gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen haben, indem sie verbotene Mittel verabreicht bzw. verbotene Substanzen angewandt haben", hieß es in einem DOSB-Statement.

Als Begründung führte die Dachorganisation an, dass die Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen bereits 2009 konstatiert hätte, "dass die ehemaligen Mitarbeiter des Universitätsklinikums Freiburg Heinrich und Schmid mindestens bis zum Sommer 2006 die Dopingpraktiken des Teams Telekom geplant, gesteuert und ausgeführt haben."

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die beiden Ärzte waren im Juli eingestellt worden. In der Affäre um die Freiburger Uniklinik waren Heinrich und Schmid beschuldigt worden, zwischen 1995 und 2006 am Eigenblutdoping bei Radprofis des Rennstalls Team Telekom beteiligt gewesen zu sein und Sportler systematisch gedopt zu haben. Auch gegen die früheren führenden Mitarbeiter der ehemaligen Rennställe Team Telekom und T-Mobile, Mario Kummer, Olaf Ludwig und Rudy Pevenage, war ermittelt worden. Sie konnten jedoch juristisch nicht belangt werden, weil Eigenblutdoping zur Tatzeit nicht strafrechtlich verboten war.

Schmid hatte danach einen Strafbefehl der Freiburger Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz akzeptiert und war zu einer Strafe von drei Monatsgehältern verurteilt worden.