HandballDHB-Frauen besiegen Olympia-Zweiten - Halbfinale verpasst

Novi Sad (dpa) - Trotz eines Paukenschlags haben die deutschen Handball-Frauen keine Chance mehr auf das EM-Halbfinale. Dank der starken Torfrau Clara Woltering und des Rückraumduos mit Laura Steinbach und Anne Hubinger entzauberte der Außenseiter den Olympia-Zweiten Montenegro mit 27:20 (14:9).

Mit unbändigem Siegeswillen erkämpfte sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Novi Sad den ersten Sieg in der zweiten Turnierphase. Durch den 25:19 (14:12)-Erfolg am Abend gegen Rumänien qualifizierte sich allerdings Ungarn ebenso wie Montenegro für die Vorschlussrunde. Der Olympia-Zweite profitierte dabei von dem 25:25 (13:14) zwischen Spanien und Russland.

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Damit geht es für die deutsche Mannschaft im abschließenden Spiel der Hauptrundengruppe II um den Einzug ins Spiel um Platz fünf. Dafür braucht das Team von Bundestrainer Heine Jensen am Donnerstag einen Sieg gegen Rumänien und Schützenhilfe von Montenegro gegen Spanien.

Vor rund 800 Zuschauern warfen Steinbach (7) und Hubinger (5) sowie Marlene Zapf (5) die meisten Tore für Deutschland. Mit drei Zählern ist die Mannschaft von Bundestrainer Heine Jensen punktgleich mit Russland und Spanien.

«Wir haben Montenegro mit unserer bislang besten Abwehrleistung den Zahn gezogen. Ich bin überglücklich, dass wir es diesmal geschafft haben, den Vorsprung auch über die Zeit zu bringen und uns mit diesem Sieg zu belohnen», lobte Jensen den Auftritt, «jetzt wollen wir diese Leistung gegen Rumänien wiederholen.» Und Hubinger meinte: «Wir werden jetzt alles versuchen, um noch das Spiel um Platz fünf zu erreichen.»

Zwei Tage nach dem 26:26 gegen Rekord-Weltmeister Russland bot die deutsche Mannschaft ihre bislang beste EM-Leistung. Die DHB-Auswahl spielte eine tolle erste Hälfte und führte völlig verdient mit 14:9. Die Abwehr war - wohl auch dank der Tipps von Woltering vom montenegrinischen Champions-League-Sieger Buducnost Podgorica - gut auf den Gegner eingestellt. Daneben wehrte die deutsche Torfrau in der ersten Hälfte sieben Würfe ab.

Im Angriff war es erneut Steinbach, die Verantwortung übernahm und vier der 14 deutschen Treffer in Hälfte eins erzielte. Montenegro kam nur selten ins Spiel, auch weil Katarina Bulatovic kaum zur Entfaltung kam. Die einzige Schrecksekunde erlebte das deutsche Team bei der Oberschenkelprellung von Linksaußen Natalie Augsburg vom HC Leipzig, die auf der Bank behandelt werden musste. Zum Start der zweiten Halbzeit konnte sie aber wieder auflaufen und sich wieder der Sonderbewachung von Olympia-Torschützenkönigin Bulatovic widmen.

Die deutsche Mannschaft ließ auch nach dem Seitenwechsel nicht nach, baute den Vorsprung nach 34 Minuten beim 17:10 erstmals auf sieben Treffer aus, erhöhte durch Marlene Zapf sogar auf 20:12 (39.).

Doch dieser Rückstand war der Weckruf für die Montenegrinerinnen, die nun viel energischer in der Abwehr zupackten. Die Deutschen konnten sich in dieser Phase kaum noch Chancen erarbeiten und kassierten fünf Gegentreffer in Serie binnen nur acht Minuten. Bundestrainer Heine Jensen nahm seine Auszeit, die Wirkung zeigte. Wieder waren es Steinbach und die zur besten Spielerin gewählte Hubinger, die die entscheidenden Treffer markierten. Diese verschafften der DHB-Auswahl wieder mehr Luft, beim 25:19 war das Spiel endgültig entschieden.

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  • Quelle dpa