KonjunkturIfo: Deutsche Wirtschaft nimmt 2013 wieder Fahrt auf

München (dpa) - Die deutsche Wirtschaft soll nach einer kräftigen Delle im Winter nächstes Jahr allmählich wieder in Schwung kommen. Das Ifo-Institut rechnet in diesem und im nächsten Jahr mit 0,7 Prozent Wachstum.

Mit dem Rückgang der Wirtschaftsproduktion im laufenden Quartal sei bereits die Talsohle erreicht, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn in München. Die Rezession in der Eurozone bremse zwar den Aufschwung, aber der Export in die restliche Welt, der private Konsum und die Investitionen in Deutschland dürften im Jahresverlauf 2013 deutlich zunehmen.

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Die Zahl der Arbeitslosen dürfte von 2,90 Millionen um 60 000 auf 2,96 Millionen steigen. «Die Zunahme der Arbeitsplätze ist beendet, aber wir müssen jetzt auch keinen Arbeitsplatzabbau befürchten», sagte Sinn. Die Inflation werde von 2,0 auf 1,6 Prozent fallen.

Die Rezession in der Eurozone, die globale Wirtschaftsschwäche und der Einbruch der Investitionen lasse die deutsche Wirtschaft im laufenden Quartal voraussichtlich um 0,3 Prozent schrumpfen. «Es sieht aber nur nach einer Delle in der Konjunkturentwicklung aus», sagte Sinn. Beschäftigung, privater und staatlicher Konsum in Deutschland seien robust. Die Nachfrage aus China und den Schwellenländern komme wieder in Fahrt, und die deutschen Unternehmen erwarteten im nächsten halben Jahr wieder bessere Geschäfte. Schon im ersten Quartal 2013 sei daher mit einer leichten Erholung zu rechnen, die ab Sommer in einen Aufschwung übergehen werde.

Süd- und Westeuropa seien weiter im Griff von Rezession und hoher Arbeitslosigkeit. «Es ist schon bemerkenswert, dass sich Deutschland von diesem Krisentrend absetzen kann», betonte Sinn. Ursachen seien der stabile Binnenmarkt und der Export in die Länder außerhalb der Eurozone, der inzwischen fast zwei Drittel der Ausfuhren ausmache. Die Weltwirtschaft dürfte nächstes Jahr wieder um 3,3 Prozent, die chinesische Wirtschaft sogar um 9 Prozent wachsen, sagte Sinn.

Mit seiner Prognose ist das Ifo-Institut optimistischer als das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und die Bundesbank, die für 2013 zwischen 0,3 und 0,5 Prozent Wachstum erwarten. Ifo-Konjunkturexperte Kai Carstensen erklärte: «Die gehen von einer längeren Winterflaute aus als wir.» Wegen der Unsicherheiten wäre für 2013 eine Prognose mit einer großen Spanne, die von einem Wirtschaftsrückgang um 0,6 Prozent bis zu einem Wachstum von 2,0 Prozent reiche, am besten.

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  • Quelle dpa