Nikosia (dpa) - Für die Mittelmeerinsel Zypern besteht nach Aussage der Regierung in Nikosia keine unmittelbare Pleitegefahr. «Es besteht keine Gefahr. Alles ist unter Kontrolle», sagte ein hoher Funktionär des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag.

Am Vortag hatte der Generaldirektor des Finanzministeriums, Christos Patsalidis, im zyprischen Parlament gewarnt, wenn Zypern sich in den nächsten Tagen nicht rund 300 Millionen Euro leihen würde, werde die Regierung ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Damit wäre das Land pleite.

Zyprische Finanzexperten sagten der dpa, die Zuspitzung der Lage hinge damit zusammen, dass einige zyprische Pensionsfonds sich bis Montag geweigert hätten, dem Staat kurzfristig Geld zu leihen, um die Zeit zu überbrücken, bis das von Nikosia beantragte Hilfsprogramm aus dem europäischen Hilfsmechanismus EFSM stehe.

Diese Gefahr scheint nun gebannt zu sein. Am Montagabend beschloss der Vorstand des größten Pensionsfonds der Elektrizitätsgesellschaft (AIK), dem Staat 100 Millionen Euro zu leihen. Wie die zyprische Presse am Dienstag berichtete, wollen sich nun auch die Pensionsfonds des Telekommunikationsunternehmens (CYTA) und andere kleinere Fonds anschließen, um die Lücke zu schließen, bis Zypern Geld vom EFSM erhält.

Das Hilfspaket für Zypern könnte sich auf insgesamt 17,5 Milliarden Euro belaufen. Zypern wird von hohen Verlusten der Banken geplagt, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind. Der Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im vergangenen Frühjahr traf die Institute hart. Zypern hatte deshalb Ende Juni in Brüssel einen Antrag auf ein Hilfspaket gestellt. Die EU will im Januar über das Hilfsprogramm entscheiden.