Newtown (dpa) - Die ersten Opfer des Massakers an einer Grundschule in Newtown im US-Bundestaat Connecticut sind zu Grabe getragen worden. Zwei sechsjährige Jungen wurden am Montag nach US- Medienberichten beerdigt. Hunderte Trauergäste folgten den Toten.

Kameras waren nicht zugelassen. «Wenn man diese kleinen Särge sieht, bricht es einem das Herz», sagte der Gouverneur von Connecticut, Dan Malloy. Weitere Opfer sollen diese Woche beigesetzt werden.

Insgesamt hatte der Amokläufer Adam Lanza 20 Kinder erschossen. Sie sind alle sechs und sieben Jahre alt. Auch sechs Erwachsene starben sowie die Mutter den Täters, der sich nach Angaben der Polizei selbst erschoss.

Die Ermittlungen der Behörden gehen nur langsam voran. Nach wie vor liegt das Motiv des 20 Jahre alten Täters zumindest für die Öffentlichkeit völlig im Dunklen. Polizeioffizier Paul Vance versprach aber am Montag erneut lückenlose Aufklärung des Verbrechens, das sich bereits am Freitag ereignete. Laut ersten US-Medienberichten schildern Freunde und Bekannte der Familie den jungen Mann in erster Linie als besonders scheu.

Die grausame Bluttat sollte auch in Deutschland eine Mahnung sein, sagte Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der «Passauer Neuen Presse» (Dienstagsausgabe). Schneider warnte allerdings davor, hierzulande die Schulen zu verbarrikadieren. «Wir müssen achtsamer sein und möglichst verhindern, dass sich Jugendliche isolieren und Zuflucht in Computerspielwelten und Waffengewalt suchen.»

Amokläufer wie der junge Adam Lanza seien vorher häufig Opfer von Mobbing geworden, sagte der Bielefelder Konfliktforscher Peter Sitzer der Deutschen Presse-Agentur. «Sie sehen sich als abgelehnte, ausgestoßene Schüler, die niemand mag.» Bei ihnen habe sich ein «ungeheuerer Hass, eine unglaubliche Wut aufgestaut.» Generell lägen die Gründe für solche Amokläufe nicht nur in der Schule, sagte Sitzer. Die Täter sähen dort aber meist die Ursache ihres Leidens: «In der Schule wird die Außenseiterrolle besonders deutlich.»

Das «Wall Street Journal» berichtete, Lanza habe vor seiner Tat zu Hause einen Computer zerstört. Dies könne die Ermittlungen der Polizei erschweren, hieß es. Experten versuchten, die Dateien auf dem Computer zu retten. Falls dies gelinge, könne man etwa verfolgen, welche Internetseiten Lanza besucht habe. Dies können zu wichtigen Erkenntnissen auch über das Verbrechen führen, hieß es.

Bericht «Wall Street Journal»

Bericht der «USA Today»

Bericht der «New York Times»